Gestern war der 4. Advent. Aber nix mit Schneeromantik und Glühwein…Stattdessen ein ungewöhnlich warmer Dezembersonntag mit viel Sonnenschein. Ich hatte den Wunsch, einige meiner Alpenvereinsfreunde zum letzten Mal in diesem Jahr zu einer spontanen Tour einzuladen.Die meisten hatten leider schon familiäre Termine, aber drei haben Lust und Zeit gehabt.So stiegen wir um 9.30 in Elbigenalp bei noch frostigen Temperaturen aus dem Fahrzeug.Der Tag war schon strahlend schön, irgendwie magisch. Wir arbeiteten uns am steilen Hang unter dem kleinen Dorflift kurz über einen vereisten Pistenabschnitt hoch, landeten dann auf der Forststrasse, wo wir auch einfacher hätten hinkommen können, aber Forststrasse ist ja langweilig,oder 😉 Immer Richtung Südwesten kamen wir nach einem Stündchen an einer kleinen Hütte an, hinter der vielversprechend sonnige Wiesenhänge auf uns warteten. Hier hatten wir dann auch schon eine wunderschöne Aussicht auf das Lechtal. Nach einigen Schlucken heißen Tees zogen wir auf dem südseitigen steilen Bergsteig Richtung Grünberg.

Sonja bemerkte einen Adler am Himmel. Direkt über uns zog er seinen Kreise. Man konnte deutlich die weißen Stellen unter den Schwingen erkennen. Ein paar Heustadel waren der nächste Fotopoint.

Nachdem der steile Wiesenhang uns die Sicht bergauf versperrt hatte, eröffnete sich nun ein beeindruckendes Panorama: Jöchelspitze und Rothornspitze standen da, die Mutte,ein leicht zu erwandernder Bergrücken schloß sich an , ein herrlicher Platz! Von hier war es nicht mehr weit zu den Hütten des Bernhardseck. Die bewirtschaftete Hütte liegt auf 1812m mit absolut traumhaften Rundumblick über das Lechtal, natürlich freie sonnige Lage. Es gibt weitere kleine Hütten, in denen man übernachten kann.Wir freuten uns schon auf unsere Mittagspause. Im Tshirt mit einem kalten alkohlofreien Weizen genossen wir auf der Terrasse bestes Tiroler Gröstl und Apfelstrudel. Armin Hummel, der Hüttenwirt kam gutgelaunt an unseren Tisch, hier gibt es wirklich nette persönliche Ansprache! Wir wollten aber doch gerne noch weiter aufsteigen auf die Mutte, kein Gipfel, aber der höchste Punkt des Höhenrückens vom Bernhardseck Richtung Rothornspitze und Jöchelspitze, ein Panoramaweg, der im Sommer sehr blumen-und aussichtsreich als Verbindung dient. Bericht über die Tour an einem Augustabend hier: /2015/12/21/abendtour-joechelspitze-bernhardseck/ Im Winter kann man mit Schneeschuhen oder Tourenski bis auf die Mutte gelangen.

Auf dem Rücken lag Schnee, hartgefroren und gut zum Laufen. Oben verzichteten wir leider aus Zeitgründen auf den höchsten Punkt. Wir setzten uns nochmal ins Gras. Der Höhenmesser zeigte knapp 2000hm an. Die Ansicht der Lechtaler Alpen vor uns und die Allgäuer Alpen hinter uns waren wie ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk. Das unwahrscheinlich klare wolkenlose Wetter verschärfte die Sicht. Die Gipfel hatten Schneekappen, im Tal war es grün, der Himmel enzianblau. Wir redeten nicht viel und waren beschäftigt mit Staunen, Schauen und Fotografieren. An kann es ja nie wirklich in Bildern festhalten, die Magie des Augenblicks, die einzigartige Stimmung, man kann versuchen, einen Hauch davon einzufangen, das Eigentliche bewahrt man sich im Herzen.

Hier war es wirklich schwer sich zu trennen, es war auch nicht kalt, einfach perfekt.

Unser Abstieg führte uns wieder am Bernhardseck vorbei, Armin winkte uns nochmal zu. Auf den Abkürzungen der Fahrstrasse gelangten wir in einer Stunde nach Elbigenalp. Gerade noch rechtzeitig, daß unser Musiker zum Konzert heimkam. Die Bernhardseckhütte hat den ganzen Winter geöffnet und ist über die Fahrstrasse in 2,5h mit etwas Ausdauer gut erreichbar.

So war unsere gemeinsame Tour noch ein wertvolles, verbindendes Erlebnis vor den Feiertagen.

Euch wünsche ich auch eine schöne Weihnachtszeit Zeit mit Gelegenheit, in die Natur hinauszugehen, wo auch immer ihr seid!

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Hallo, ich bin Sabine Manteuffel. Meine Lieblingsbeschäftigung sind Berge! Gehe gern bergsteigen, wandern, klettern und Skitouren. Touren führe ich für den DAV Allgäu-Immenstadt und als Bergwanderführerin für eine Bergschule im Allgäu. Hauptberuflich bin ich selbständig mit meinem Label „Wildfräulein“, Entwurf und Handanfertigung von fescher, junger Outdoorbekleidung aus Loden: www.wildfraeulein.de. Lesen, Schreiben und Fotografieren liebe ich, das gehört für mich einfach zum Leben dazu!

 

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