Im August war ich für 2 wunderbare Wochen im Lechtal. Am vorletzten Tag war ich mit meiner Mama, meinem Hund und einem guten Freund noch auf der Stablam.Am Nachmittag machte ich mich mit meinem Tourenfreund dann noch auf den Weg zur Jöchelspitzbahn. Das Auto haben wir in Elbigenalp geparkt, wo wir am Ende der Tour auskommen würden. Den Weg zur Jöchelspitzbahn legten wir mit dem Bus zurück. Die Bahn trug uns zur Bergstation auf 1768m. Es war gegen 16:30. Wir stiegen hoch zur Jöchelspitze. Der Weg dahin war mit Blumen gesegnet. Ein echtes Paradies für Blumenfreunde! Es war inzwischen bewölkt. Die Sonne, die uns tagsüber begleitet hatte, verbarg sich hinter zunehmend dunklen Wolken. Na ja, Gewitter waren zwar keine vorhergesagt, aber das deutete sich hier doch schon an, in Sicht Richtung Arlberg.

Außer uns war kein Mensch mehr unterwegs. Die spätnachmittägliche Sonne lugte nochmal durch.

Der Gipfel der Jöchelspitze auf 2226m war schnell erreicht. Dann zum Rothornjoch runter. Hier zweigt der Panoramweg zum Bernhardseck ab. Wir machten noch einen Abstecher auf die Rothornspitze. Ein schöner Gipfel, mit unterschiedlichen Gesteinsschichten. Den Namen hat er von der roten Hornblende,eine ältere Gesteinsart als der Kalk, die für die markante rote Farbe sorgt.Weglos Richtung Gipfel. Achtung, das ist nur geübten Weglos-Gehern zu empfehlen. Es wird nämlich richtig steil, und wer hier nicht trittsicher ist, und von eigenständiger Wegführung im Gelände noch nichts gehört hat, begibt sich hier möglicherweise in eine brenzlige Situation und nimmt am besten den Panoramaweg.

Auf dem Gipfel mit einem ganz niederen Holzkreuz staunten wir über die sonnigen wolkenlosen Allgäuer Alpen. Die Trettachspitze stach richtig heraus im Abendlicht. Der Große Krottenkopf als höchster Allgäuer Gipfel und seine Begleitung, die Ramstallspitze,wirkten groß und mächtig. Wir genossen eine kleine Brotzeit, wobei ich mir Gedanken über das offensichtliche Gewitter machte, was über dem Arlberg tobte. Es schien langsam in unsere Richtung zu ziehen.

Also fiel die Pause zum Mißfallen meines Bergspezls gar nicht so lang aus und wir bewegten uns auf dem selben Weg wieder runter, eine Überschreitung schlossen wir nun aus. Das Ziel war ja das Bernhardseck und dahin wollten wir möglichst gewitterfrei über den Panoramaweg auf der Mutte. Am Rothornjoch gelangten wir auf den Weg und nun gings immer auf dem Bergrücken zwischen Allgäuer und Lechtaler Alpen mit wahrhaft prächtiger Aussicht. Wir waren begünstigt,das Gewitter blieb in den westlichen Lechtalern. Das war eine ganz interessante Wanderung zwischen den Wetterlagen, links die schönste Abendsonne, rechts tiefdunkle Wolken. Eine tolle Stimmung. An einigen Lawinenverbauungen vorbei und schon waren wir am Bernhardseck. Schon lang wollte ich mal hierhin. Die Hütten liegen ganz romantisch über dem Lechtal auf 1812m. Eine Topaussicht hat man hier.

Es war noch richtig viel los, aber wir ergatterten einen Platz auf der Terrasse. Bei einem fantastischen Zwetschgenkuchen und einem zünftigen Getränk genossen wir den lauen Abend. Es wurde allmählich dunkel. Hüttenwirt Armin setzte sich zu uns und wir unterhielten uns richtig nett. Irgendwann sind wir dann doch aufgebrochen und haben uns mit unseren Hierabira (Stirnlampen, allgäuerisch) ins Tal über die Abkürzer der Fahrstrasse hinuntergearbeitet, zum Parkplatz nach Elbigenalp, wo uns mein Auto erwartete. Nachtwanderungen in den Bergen liebe ich sehr, man spürt dann die Präsenz der Berge auf ganz andere Weise.

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Hallo, ich bin Sabine Manteuffel. Meine Lieblingsbeschäftigung sind Berge! Gehe gern bergsteigen, wandern, klettern und Skitouren. Touren führe ich für den DAV Allgäu-Immenstadt und als Bergwanderführerin für eine Bergschule im Allgäu. Hauptberuflich bin ich selbständig mit meinem Label „Wildfräulein“, Entwurf und Handanfertigung von fescher, junger Outdoorbekleidung aus Loden: www.wildfraeulein.de. Lesen, Schreiben und Fotografieren liebe ich, das gehört für mich einfach zum Leben dazu!

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